Der perfekte Zwetschkenfleck

Es ist kein Zufall, dass ich bislang hier nichts Süßes verbloggt habe. Ich backe nicht sehr oft und nicht sehr gern. Im Gegensatz zum Kochen geht dabei fast immer etwas schief, ich bin genervt, werde krawutisch, und die Küche sieht danach schrecklich aus. Letzteres liegt auch daran, dass der Alsergrundler, der bei unseren Kochsessions zwischendurch für Sauberkeit und Ordnung sorgt, bei meinen Backversuchen fluchtartig die Wohnung verlässt.

Ab und zu traue ich mich dann aber doch über ein bekanntes Rezept und ein- oder zweimal im Jahr probiere ich sogar etwas Neues aus. Vor ein paar Jahren fand ich im Internet ein Rezept für einen Zwetschkenfleck. Von dem Ergebnis war ich sehr angetan. Von meiner Mama kannte ich nur einen Zwetschkenkuchen mit Rührteig, aber den festeren Germteig in Kombination mit viel viel Frucht fand ich toll. Nur mit den Bröseln war ich damals unzufrieden, die waren irgendwie – komisch.

Also hab ich mich in meinen Kochbüchern auf die Suche nach einem alternativen Rezept gemacht. Allerdings ohne Erfolg, mal gab es Biskuitbröseln, mal Gelee statt Bröseln, mal überhaupt nur zwei mal zwei Portionen – da fang ich doch gar nicht erst an mit dem Backen!

Aber: Vor ein paar Wochen blättere ich morgens den Falter durch, und da ist es! Ein Rezept für Zwetschkenfleck von Katharina Seiser. Und nach kurzem Überfliegen ist mir klar: Es ist perfekt! Ein genau beschriebener Germteig mit Dampfl, eng belegt mit Zwetschken, und darüber Bröseln, wie sie sein sollen.

Also ran ans Werk: Alles eingekauft, losgelegt – und gescheitert! Der Germteig ging – durch eine Kombination aus Ungeübtheit und Fehlbedienung der Küchenmaschine – komplett daneben. Zum Glück hab ich in meiner Wut nicht alles aus dem Fenster geworfen, sondern aus Zwetschken und Bröseln noch eine Art Crumble gebastelt. Der war sehr gut und nussig und machte Lust auf mehr.

Vor ein paar Tagen hab ich am Markt gesehen, dass es noch Hauszwetschken gibt, und einen zweiten Versuch unternommen. Der ist geglückt – und somit gibt es hier das erste süße Rezept am Blog!

Zwetschkenfleck

Zutaten Germteig:

  • 150 ml Milch
  • 1/2 Würfel Germteig (=21 g)
  • 50 g Staubzucker
  • 250 g glattes Weizenmehl
  • 1 gestr. Teelöffel Salz
  • 60 g Butter
  • 1 Dotter
  • Abrieb 1/2 Zitrone

Zutaten Streusel:

  • 70 g glattes Weizenmehl
  • 70 g Kristallzucker
  • 40 g geriebene Walnüsse
  • 1/4 TL Salz
  • 1/4 TL Zimt
  • 70 g kalte, feste Butter

1,5 Kilo Zwetschken, wenn möglich Hauszwetschken. Da bleiben welche über, aber sicher ist sicher!

Erst mal die Butter für die Streusel in den Tiefkühler verfrachten. Dann das Dampfl zubereiten: Die Milch lauwarm erwärmen. Katharina Seiser ist so nett, auch die Temperatur dazuzuschreiben: 35 Grad! Bislang hab ich mich immer gefragt, ob das jetzt lauwarm ist, oder noch zu kalt oder schon zu heiß. Dann in einem Schüsserl die Germ und 1 TL vom Zucker in ein paar Esslöffeln von der Milch auflösen. Ein paar EL vom Mehl darin verrühren, der Brei soll dickflüssig sein. Etwas Mehl drüberstreuen, mit einem Geschirrtuch zudecken und vor dem Heizkörper eine viertel Stunde gehen lassen. Den Zucker und die Butter in die Milch geben und sich auflösen lassen.

Jetzt gleich die Bröseln zubereiten. Die sollten im Kühlschrank rasten, damit sie schön bröselg werden. In einer Schüssel Mehl, Nüsse, Zucker, Salz und Zimt vermischen. Mit einer groben Reibe die kalte Butter hineinreiben – zwischendurch vermischen und mit den Fingern verbröseln. Wenn die ganze Buttermenge eingerieben ist, die Schüssel in den Kühlschrank stellen.

Weiter mit dem Germteig: Das Mehl und das Salz in einer Rührschüssel vermischen. Das Dampfl, die Milch und den Dotter dazugeben, darüber kommt die geriebene Zitrone. Mit dem Knethaken des Handmixers auf Stufe 1 für gut 5 Minuten kneten. Am Ende löst sich dann der Teig schön vom Rand. Das Geschirrtuch drüber geben und den Teig für etwa eine Stunde vor dem Heizkörper parken.

Jetzt hat man ein bisserl Pause, und dann geht es an die Vorbereitung der Zwetschken. Diese erst halbieren, dann jede Hälfte längs bis etwa zur Mitte einschneiden.

Das Backrohr auf 180 Grad Ober/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und dann den Teig aufs Backpapier geben. Der Teig soll jetzt gleichmäßig mit den Händen über die gesamte Fläche verteilt werden. Das geht halbwegs gut, da der Teig fast nicht pickt und sich recht gut formen lässt. Es braucht natürlich trotzdem eine Weile, bis der Teig wirklich das ganze Backblech einnimmt.

Jetzt kommen die Zwetschken drauf: Diese werden eng und dachziegelartig angeordnet, die eingeschnittene Seite kommt dabei nach oben. Die Brösel aus dem Kühlschrank holen, noch ein bisschen durchbröseln, und auf den Zwetschken verteilen. Alles mit einem Geschirrtuch zudecken, damit der Teig nochmals für 15 Minuten gehen kann.

Jetzt kommt das Blech in den Ofen, auf die mittlere Schiene. 40 bis 45 Minuten darf der Fleck backen. Währenddessen kann man öfter mal reinschauen und sich an dem Anblick erfreuen.

Den Fleck aus dem Ofen holen, und die Pracht bewundern. Auskühlen lassen, und dann das erste Stück genießen.

Meine Vermutung war richtig: Es ist das perfekte Zwetschkenfleck-Rezept. Danke, Katharina Seiser!

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