CE #39: ბუგლამა – Ein Gulasch aus Georgien und „großes Kino“

Schon vor unserem CookingEurope Projekt hatte ich gehört, dass die Georgische Küche viel zu bieten hat. Daher wollte ich das Land unbedingt dabei haben – auch wenn man dafür die Grenze zwischen Europa und Asien großzügig auslegen muss. Es war auch rasch klar, dass wir aus diesem Land mehrere Gänge zubereiten möchten – was wir für uns gerne als „großes Kino“ bezeichnen. Und Besuch wollten wir auch dabei haben!

Vor ein paar Monaten habe ich mir Nana Ansaris Kochbuch Die georgische Tafel aus der Bücherei ausgeborgt. Die Gerichte klangen so verlockend, dass ich das Buch dann gleich beim Lieblingsbuchhändler bestellt habe. Auswahl an Rezepten war also genug vorhanden – schwierig gestaltete sich aber die vergleichende Recherche im Internet. Da die Namen der Speisen aus der georgischen Schrift übersetzt werden, findet man sehr unterschiedliche Schreibweisen.

Aus dem Buch haben wir uns schließlich drei Vorspeisen, ein Brot, ein Hauptgericht und eine Nachspeise ausgesucht:

  • Adschabsandali – Melanzani mit Paprika, Tomaten und Kräutern
  • Badrijani nigvzit – Melanzani gefüllt mit Walnusspaste
  • Basche – Huhn in Walnuss-Sauce
  • Khatschap’uri – mit Käse gefülltes Fladenbrot
  • Bughlama – ein Gulasch mit Rindfleisch und Kartoffeln
  • Plowi – Reis mit Trockenfrüchten

Wie man an dieser Liste sieht: Walnüsse und Melanzani sind typische Zutaten der georgischen Küche. Es wird viel mit frischen Kräutern wie Koriander, Petersilie und Dille gewürzt und auch Granatapfelkerne findet man oft als Zutat. Georgische Lebensmittel, wie z.B. den richtigen Käse (Sulguni) für das Fladenbrot oder georgischen Wein, findet man in Russen-Shops – der in unserer Nähe wird sogar von einem Georgier geführt.

Ein großer Vorteil der georgischen Küche: Fast alles lässt sich gut vorbereiten, und die meisten Speisen gewinnen sogar an Geschmack, wenn man sie schon am Vortag zubereitet. Zum Nachkochen gibt es hier am Blog das Rezept für die Hauptspeise,  von den Vorspeisen findet man Rezepte im Internet (teils in anderer Schreibweise), die Melanzaniröllchen werden auch in Katharina Seisers Immer schon vegan beschrieben. Das Buch von Nana Ansari ist sehr empfehlenswert und bietet neben den köstlichen Rezepten auch Einblicke in die georgische Esskultur.

Zutaten Bughlama:

  • 700 g Rindfleisch (Gulasch), in ca 3 cm Würfeln
  • 700 g Kartoffeln, festkochend, in grobe Stücke geschnitten
  • 4 Zwiebeln, fein gewürfelt
  • Knoblauch, grob gehackt
  • 1 Liter Polpa oder passierte Tomaten
  • 4-5 Spitzpaprika, in Ringe geschnitten
  • Kräuter in rauen Mengen: größere Büschel Petersilie und Koriander, Selleriegrün, ein halber Topf Basilikum und ein Topf Bohnenkraut – alles fein hacken
  • Salz, Pfeffer, Butterschmalz

In einem großen Topf Butterschmalz erhitzen und die Fleischstücke anbraten. Fleisch aus dem Topf nehmen, und die Zwiebel anrösten. Das Fleisch wieder dazugeben und noch ein paar Minuten weiter braten. Mit den Tomaten aufgießen und zugedeckt köcheln lassen. Nach etwa einer 3/4 Stunde habe ich die Kartoffeln dazugegeben. Weiter dünsten lassen, bis das Fleisch weich ist.

Die Paprika und den Knoblauch dazugeben und noch etwa 10 Minuten dünsten, dann die Kräuter einrühren und gut vermischen.

Wir haben das Gericht am Vortag zubereitet, so kann es gut durchziehen. Am nächsten Tag erhitzen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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Liebe Leute: Kocht georgisch! Es hat alles ausgezeichnet geschmeckt und auch die Besucherin war sehr angetan. So eine georgische Vorspeisenvariation macht schon was her und das Brot ist wahnsinnig gut – und viel einfacher zuzubereiten, als ich gedacht hätte. Das Bughlama wird durch die vielen Kräuter sehr würzig, und auch die einfache Nachspeise hat gemundet. Der Alsergrundler hatte die passenden Getränke besorgt, es gab Wein, Mineralwasser und Schnaps aus Georgien.

Der Abend war somit ein echtes Highlight in der CookingEurope-Reihe! Wir danken unserer Besucherin, dass sie uns bei dieser kulinarischen Reise Gesellschaft geleistet hat!

4 Kommentare zu „CE #39: ბუგლამა – Ein Gulasch aus Georgien und „großes Kino“

  1. Ich werde in nächster Zeit (noch) nicht georgisch kochen, aber mein Bruder und seine Frau, die ich anlässlich ihrer Geburtstage eingeladen habe, wünschen sich das Essen im Café Ansari in der Praterstraße 🙂
    Und ich habe gleich die Autorin deines erwähnten Kochbuchs Nana Ansari mit den InhaberInnen des Cafés verglichen… Nehme nicht an, dass es sich um eine zufällige Namensgleichheit handelt *ggg*

    Freue mich also umso mehr auf das Essen dort – wusstest du, dass es dieses Lokal gibt?

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    1. Das ist keine zufällige Namensgleichheit, und ich hab schon gehört von dem Lokal, war aber noch nicht dort. Die Speisekarte liest sich gut, teils moderner oder „internationaler“ als die Speisen in dem Buch.
      Und ein Tipp noch – ich weiß nicht, ob es bei den Speisen im Lokal auch so ist, aber im Kochbuch ist bei SEHR vielen Gerichten frischer Koriander dabei. 😉

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